Presseinfo 17. November 2016 - App und Filme, Kurzfassung

Früherkennung von Gehirnerschütterungen im Sport

Initiative „Schütz Deinen Kopf!“ zeigt Lehrfilme und sucht Tester für Früherkennungs-App


Bonn/Wolfsburg, 17.11.2016: Mit dem Kopf voran prallt der Eishockeyspieler gegen die Bande. Er rappelt sich mühsam hoch, wirkt benommen - und zeigt dennoch dem Mannschaftsarzt den erhobenen Daumen. Wie in den neuen Lehrfilmen der Initiative „Schütz Deinen Kopf!“ geht es in vielen Trainings und Turnieren zu - daher bleiben viele Gehirnerschütterungen unerkannt. Die Verletzten werden nicht geschont, ihr Risiko für weitere Unfälle und neurologische Langzeitschäden steigt enorm. Aufklärung tut also Not!

Prozesse im Gehirn verstehen dank Lehrfilmen

Drei Filme verdeutlichen, welche Prozesse nach dem Aufprall im Gehirn ablaufen. Je nachdem, wo die Gehirnmasse gegen den Knochen stößt, entstehen Symptome wie Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit oder eine Verengung des Sichtfelds. Wer trotzdem weiterspielt, wird unkoordiniert und neigt zu Fehlentscheidungen. Schlimmer noch: Das Risiko für weitere Stürze oder Zusammenstöße steigt. Um möglichst viele Menschen zu erreichen, wurden Filme für verschiedene Alters- und Zielgruppen gedreht: Einer richtet sich an Grundschüler, einer an Jugendliche und Erwachsene, der dritte an Trainer und Pädagogen.

Testphase für Früherkennungs-App gestartet

Zur Früherkennung von Gehirnerschütterungen können sich sportlich Aktive zukünftig die App „GET - Gehirn Erschüttert? TestAPP!“ kostenfrei herunterladen. Sie ist für ein Zweierteam gedacht - etwa Spieler und Trainer oder Spieler und Mannschaftsarzt - und kann direkt nach dem Zusammenprall oder Sturz zum Einsatz kommen. Am Spielfeldrand soll der Spieler binnen vier Minuten Fragen zu Symptomen beantworten, seinen Gleichgewichtssinn unter Beweis stellen, einen Reaktionstest durchführen und seine Augenfunktion testen. Meldet die App anschließend „Gefahr einer Gehirnerschütterung“, sollte der Sportler zum Arzt - auf keinen Fall ins Spiel oder Training zurück.

Die Testphase der App wurde gestern gestartet. Mitte Dezember soll sie dann in allen App-Stores kostenlos zur Verfügung stehen. Die ZNS - Hannelore Kohl Stiftung sucht noch sportlich Aktive, die bereit sind, die App auf ihrem Smartphone oder Tablet zu testen.

Unterstützt wird die Initiative von Dagmar Freitag, Vorsitzende des Sportausschusses im Bundestag: „Gehirnerschütterungen im Sport dürfen keineswegs als Lappalie abgetan, sondern müssen ernstgenommen werden. Dazu ist es zunächst unabdingbar, dass die Symptome erkannt und richtig gedeutet werden.“


Über die Initiative „Schütz Deinen Kopf! Gehirnerschütterungen im Sport“
Bei der Initiative „Schütz Deinen Kopf! Gehirnerschütterungen im Sport“ arbeitet die ZNS - Hannelore Kohl Stiftung mit namhaften Organisationen, Medizinern und Sportverbänden zusammen, um Sportler und ihre Familien, Trainer, Pädagogen und Ärzte für das Thema „Gehirnerschütterung und mögliche Folgen“ zu sensibilisieren. Schirmherr ist der Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maizière.

Informationen, den Link zur App und zu den Filmen sowie Kontaktadressen von Unfallkliniken und Neuropsychologen finden sich auf www.schuetzdeinenkopf.de.

Über die ZNS - Hannelore Kohl Stiftung
Die ZNS - Hannelore Kohl Stiftung für Verletzte mit Schäden des Zentralen Nervensystems mit Sitz in Bonn wurde 1983 von Frau Dr. med. h.c. Hannelore Kohl ins Leben gerufen. Die Stiftung unterhält einen Beratungs- und Informationsdienst für Schädelhirnverletzte und deren Angehörige, unterstützt bei der Suche nach geeigneten Rehabilitationseinrichtungen und fördert die wissenschaftliche Forschung auf dem Gebiet der Neurologischen Rehabilitation. Sie engagiert sich in der Präventionsarbeit für Unfallverhütung. Bis heute konnten rund 30 Mio. Euro aus Spendenmitteln für über 675 Projekte an Kliniken, Institutionen und Rehabilitationseinrichtungen in Deutschland weitergegeben werden. Jedes Jahr erleiden rund 270.000 Menschen ein Schädelhirntrauma, knapp die Hälfte von ihnen ist jünger als 25 Jahre. Dank der medizinischen Fortschritte kann vielen von ihnen geholfen werden.

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Medienkontakt:
Helga Lüngen
ZNS - Hannelore Kohl Stiftung
Rochusstraße 24, 53123 Bonn
Tel.: 0228 97845-0
E-Mail: presse@hannelore-kohl-stiftung.de

Abdruck (auch auszugsweise) honorarfrei, Beleg erbeten an:
Initiative „Schütz Deinen Kopf!“
c/o ZNS - Hannelore Kohl Stiftung
Rochusstraße 24
53123 Bonn
info@schuetzdeinenkopf.de


rbb Praxis, 28.03.18: Gehirnerschütterung im Sport
Im Oktober 2016 fand in Berlin die 5. Internationale Konsensuskonferenz zur Gehirnerschütterung im Sport statt.


Dr. Thomas de Maizière, MdB
Bundesminister des Innern a.D.


Nach dem Sportunfall
ist vor der Heilung



Expertise zum „Umgang mit Schädelhirnverletzungen im deutschen Spitzensport“

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