Presseinfo 11.11.2020

„Die GET-App ist eine gute Sache."

Deutsche Eishockey-Liga unterstützt Gehirn-Erschütterungs-Test-App (GET-App) der ZNS - Hannelore Kohl Stiftung

Bonn, 11. November 2020 - Nach einer monatelangen Zwangspause kehren die Vereine der Deutschen Eishockey-Liga (PENNY DEL) endlich auf das Eis zurück: Ab dem 11. November 2020 treten acht Vereine bei dem Vorbereitungsturnier MagentaSport Cup an. Im Mittelpunkt steht - gerade in Zeiten der COVID19-Pandemie - die Gesundheit der Spieler. Neben den neuen Konzepten zum Schutz vor dem Coronavirus wird jedoch auch die alltägliche Verletzungsgefahr nicht ausgeblendet. Die DEL wirbt daher für die Gehirn-Erschütterungs-Test-App (GET-App) der ZNS - Hannelore Kohl Stiftung, welche Vereine bei der Früherkennung von Schädelhirntraumata unterstützt.

„Die GET-App ist eine gute Sache und gerade für die Nachwuchsmannschaften im Eishockey hilfreich“, betont auch Jörg von Ameln. Der Leiter für den Spielbetrieb der DEL war Anfang des Jahres bei der Präsentation der weiterentwickelten GET-App in Berlin und ist von der Anwendung überzeugt: „Früher brauchte man einen Arzt, um festzustellen, ob Symptome vorliegen - jetzt bietet die App eine erste Einschätzung. Das ist gut und wichtig.“

Die Gefahr, eine Gehirnerschütterung zu erleiden, besteht im Eishockey ebenso wie im Fußball, Handball oder American Football. Wird die Verletzung nicht erkannt oder unterschätzt, kann es lebenslange gesundheitliche Folgen haben. Die weiterentwickelte GET-App der ZNS - Hannelore Kohl Stiftung soll Vereine daher bei der Früherkennung unterstützen. Sie erlaubt es, Baseline-Werte für ein gesamtes Team zu speichern, um im Notfall sofort darauf zurückgreifen und Veränderungen erkennen zu können (Baseline = Ruhewert, der vor der Saison erhoben wird). Die GET-App steht sowohl für iOS- als auch für Android-Geräte zur Verfügung.

Dr. Axel Gänsslen gehört zu den Initiatoren der Kampagne ‚Schütz deinen Kopf!’ und war an der Entwicklung der GET-App entscheidend beteiligt. „Das Ziel der App ist es, dass wir auch einem Nicht-Mediziner ermöglichen, festzustellen, ob es eine Gehirnerschütterung sein könnte“, erklärt der Unfallchirurg. Im integrierten Notfalltest werden die Symptome innerhalb von wenigen Minuten abgefragt, ergänzt durch einen Reaktions- und Gleichgewichtstest.

Als Mannschaftsarzt des Eishockey-Erstligisten Grizzlys Wolfsburg - einem der Teilnehmer am MagentaSport Cup - hat Gänsslen immer wieder mit Gehirnerschütterungen zu tun. „Das Problem, das wir im Sport haben: Der Spieler will weiterspielen“, weiß der Mediziner und unterstreicht: „Wenn der Verdacht einer Gehirnerschütterung besteht, müssen wir die Spieler vor sich selbst - und den Ansprüchen des Umfelds - schützen.“

Wenn die GET-App den Verdacht auf ein Schädelhirntrauma bestätigt, muss sofort ein Arzt aufgesucht werden. „Das Handling der App ist sehr einfach und ohne großen Aufwand am Spielfeldrand möglich“, wirbt Helga Lüngen, Geschäftsführerin der ZNS - Hannelore Kohl Stiftung für den Einsatz. „Gehirnerschütterungen müssen schnell erkannt und ernst genommen werden.“ Unterstützt wurde die Weiterentwicklung der GET-App von der Willy Robert Pitzer Stiftung und der gesetzlichen Unfallversicherung VBG.

In der Deutschen Eishockey-Liga weiß man um die Gefahr von Gehirnerschütterungen - und ist um einen bestmöglichen Schutz bemüht. „Die Verletzung ist Teil des Spiels, wir werden sie nie ganz verhindern können“, weiß von Ameln. „Unsere Aufgabe ist es daher, die Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass die Wahrscheinlichkeit für eine solche Verletzung möglichst gering ist.“

Dafür hat die DEL in den vergangenen Jahren viel investiert: In der für jeden Spieler verpflichtenden sportmedizinischen Untersuchung wurde ein Baseline-Test verankert. Die Banden wurden flächendeckend ausgetauscht; statt starrem Glas bestehen sie inzwischen aus flexiblerem Plastik, das belastungsreduzierend ist. Die Teams sind darüber hinaus verpflichtet, ihre Spieler nach einem Hit oder einem Aufprall gegen die Bande zu untersuchen. „Wenn die Spieler Auffälligkeiten zeigen, werden sie aus dem Spiel genommen“, betont der DEL-Spielleiter.

Außerdem sind nicht nur die Mannschaftsärzte sensibilisiert, sondern auch die Geschäftsführer und die Sportlichen Leiter. „In den vergangenen Jahren hat ein Sinneswandel stattgefunden“, unterstreicht von Ameln die Entwicklung. „Sie nehmen das Thema ernst, gehen mit so einer Verletzung sensibler um und wissen um mögliche Folgeschäden. Ich denke, der Umgang mit dem Thema Spielersicherheit und Schutz vor Gehirnerschütterungen hat sich in den letzten Jahren komplett zum Wohle der Spieler geändert.“


Hinweis: Ausführliche Interviews mit Dr. Axel Gänsslen (Initiator der Kampagne ‚Schütz deinen Kopf!’ und Mannschaftsarzt der Grizzlys Wolfsburg) oder Jörg von Ameln (Leiter Spielbetrieb bei der Deutschen Eishockey-Liga) rund um die Themen GET-App und die Prävention von Gehirnerschütterungen stellen wir gerne zur Verfügung. Bei Interesse bitte E-Mail an presse@hannelore-kohl-stiftung.de.

Kontakt:
ZNS - Hannelore Kohl Stiftung
Helga Lüngen
Fontainengraben 24, 53123 Bonn
Telefon: 0228 97845-0
presse@hannelore-kohl-stiftung.de
www.hannelore-kohl-stiftung.de


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Bild 1: Scrennshot GET (© ZNS - Hannelore Kohl Stiftung)


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Hintergrund: Die Initiative „Schütz Deinen Kopf! Gehirnerschütterungen im Sport!“
Bei der Initiative „Schütz Deinen Kopf! Gehirnerschütterungen im Sport“ arbeitet die ZNS - Hannelore Kohl Stiftung mit namhaften Organisationen, Medizinern und Sportverbänden zusammen, um Sportler und ihre Familien, Trainer, Pädagogen und Ärzte für das Thema „Gehirnerschütterung und mögliche Folgen“ zu sensibilisieren. Schirmherr ist der Bundesinnenminister a.D. Dr. Thomas de Maizière. Informationen, den Link zur App und zu den Filmen sowie Kontaktadressen von Unfallkliniken und Neuropsychologen finden sich auf www.schuetzdeinenkopf.de.

Hintergrund: Die ZNS - Hannelore Kohl Stiftung
Die ZNS - Hannelore Kohl Stiftung für Verletzte mit Schäden des Zentralen Nervensystems mit Sitz in Bonn wurde 1983 von Frau Dr. med. h.c. Hannelore Kohl ins Leben gerufen. Die Stiftung unterhält einen Beratungs- und Informationsdienst für Schädelhirnverletzte und deren Angehörige, unterstützt bei der Suche nach geeigneten Rehabilitationseinrichtungen und fördert die wissenschaftliche Forschung auf dem Gebiet der Neurologischen Rehabilitation. Sie engagiert sich in der Präventionsarbeit für Unfallverhütung. Bis heute konnten rund 30 Mio. Euro aus Spendenmitteln für über 675 Projekte an Kliniken, Institutionen und Rehabilitationseinrichtungen in Deutschland weitergegeben werden. Jedes Jahr erleiden rund 270.000 Menschen Schädelhirntraumen, knapp die Hälfte von ihnen ist jünger als 25 Jahre. Dank der medizinischen Fortschritte kann vielen von ihnen geholfen werden.






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Dr. Thomas de Maizière, MdB
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